Wie der Generationswechsel in der Ostschweiz gelingt
Für Mario Lewandrowski, langjähriger Betriebsleiter Facility Management Ost, beginnt bald ein neuer Lebensabschnitt: Er geht in Pension. In seine Fussstapfen tritt Xhelal Aliu, der die Region Ostschweiz seit vielen Jahren mitprägt und bestens auf diese Aufgabe vorbereitet ist. Denn bei Vebego wird Nachfolgeplanung langfristig gedacht – mit gezielter Förderung, Mentoring und Coaching im Alltag. So erhalten Mitarbeitende die Möglichkeit, Schritt für Schritt in neue Verantwortung hineinzuwachsen. Begleitet wird dieser Prozess von Ricarda Will, Head of Education & Development, die weiss, wie wertvoll der Wissenstransfer zwischen Generationen ist.
Ein Generationswechsel ist mehr als ein Stellenwechsel. Er bedeutet Abschied und Aufbruch in einem. Und vor allem die Weitergabe von Können, Erfahrung und Vertrauen. Das alles ist sich Mario Lewandrowski, unser langjähriger Betriebsleiter Facility Management in der Ostschweiz, bewusst. Er stiess im Herbst 2020 zu Vebego. Die Anfrage, ob er sich vorstellen könnte, den Bereich FM in der Ostschweiz aufzubauen, kam überraschend. In seinem damaligen Job bei Autoneum Switzerland AG kannte er Vebego als Dienstleister in der Reinigung. Mehr nicht. Dass er also selbst dort einmal arbeiten würde, stand nicht auf seinem Plan. Aber manchmal nimmt das Leben eine Abkürzung oder eine Wendung, der man sich nicht verschliessen soll.
Mario packte an: «Ich sehe mich als Teamplayer, wir haben hier eine Mannschaft aufgebaut, die das technische, infrastrukturelle sowie das kaufmännische FM für unsere nationalen und ebenso bedeutenden regionalen Kunden abdeckt.» Der Start bei VAT (VAT Group ist eine Weltmarktführerin für Vakuumventile) war zwar etwas harzig, es hat lange gebraucht, um das Vertrauen und die Akzeptanz zu erlangen. Aber Lewandrowski wäre nicht Lewandrowski, wenn er nicht alles gegeben hätte, um für seine Mitarbeitenden zu werben und zu weibeln. Und so führt Vebego heute Unterhalts-, Kontroll- und Reparaturarbeiten an den sensiblen technischen Anlagen aus, betreut und überwacht die Infrastruktur, erledigt Wartungsarbeiten, behebt Störungen und koordiniert externe Dienstleister. «Eine Wertschätzung des Kunden VAT zeigt sich auch darin, dass wir mit deren Systemen arbeiten, zum Beispiel dem Gebäudeleit-, dem Ticket- und deren CAFM-System. Das schafft Verständnis füreinander, man spricht die gleiche Sprache», erläutert Mario zurecht stolz.
Zwei auf einer Wellenlänge
Die Vebego-Karriere von Xhelal Aliu begann 2016, erst als Hauswart auf einem Mandat in Chur, drei Jahre später wurde er zum Teamleiter FM Ostschweiz befördert und erhielt im Januar 2023 die Möglichkeit, die Stelle des stellvertretenden Betriebsleiters zu übernehmen. Als sich die Wege von Mario und Xhelal kreuzten, passte die Chemie zwischen ihnen auf Anhieb und Mario wusste sehr schnell, dass Xhelal ihn zu gegebener Zeit beerben würde. Zumindest, was die berufliche Ausrichtung betrifft. «Mario hat mich motiviert und unterstützt, so dass ich die Weiterbildung zum eidg. Dipl. Leiter Facility Management und Maintenance erfolgreich abschliessen konnte – etwas, das ich heute sehr schätze!», sagt Xhelal. Und Mario ergänzt: «Persönlich war ich stolz, als mich Xhelal auf dieses Studium angesprochen hat. Traust du mir das zu, hatte er mich gefragt. Meine Antwort war ein klares Ja!»
«Bei diesem Studium liegt der Fokus hauptsächlich auf Fachwissen», erklärt Ricarda Will, Head of Education & Development, «daher haben wir sehr gezielt an den Themen gearbeitet, die für die Rolle als Betriebsleiter entscheidend sind: Führung auf Kaderstufe, strategische Kundenentwicklung, betriebswirtschaftliches Denken wie auch ein sicheres Auftreten gegenüber Kunden und internen Stakeholdern. Dies wurde mit separaten kürzeren Zertifikatskursen abgedeckt.» Ricarda begleitet den Generationswechsel von Anfang an. Sie ist überzeugt, dass gute Nachfolgeplanung nicht mit der Kündigung des Stelleninhabers anfängt, sie beginnt schon Jahre zuvor. «Mit unserem Talent-Management-Ansatz schauen wir zuerst nicht auf einzelne Personen, wir konzentrieren uns auf die Frage: Welche Funktionen sind für unseren Betrieb, unsere Kunden und unsere Qualität besonders kritisch? Es geht also nicht um Bauchgefühl oder spontane Nachfolgelösungen, sondern um eine strukturierte Kombination aus Funktionsanalyse, Nachfolgeplanung und gezielter Entwicklung.»
Was in keinem Lehrbuch steht
Im konkreten Fall von Mario und Xhelal war genau das sichtbar. Mario erkannte früh Xhelals Potenzial, zusammen mit Ricarda wurde ehrlich und offen analysiert, welche Erfahrungen und Kompetenzen für die zukünftige Rolle noch aufgebaut werden mussten. Als COO FM Serafino Melloni im Frühjahr 2025 den formellen Übergang beauftragte, hatten die drei bereits Jahre des gezielten Aufbaus hinter sich: Mentoring, Ausbildung, Praxisbegleitung und gezielte Entwicklungsschritte im Alltag. «Wir besetzen nicht einfach Funktionen neu; wir entwickeln Menschen langfristig und mit Perspektive», betont Ricarda.
Mario wollte aktiv mithelfen, Xhelal aufzubauen und ihm sein Wissen zu vermitteln. Ein echter Generationswechsel eben. Und nicht immer selbstverständlich. «Ich sage Xhelal stets: Überlege, was wirklich erledigt werden muss. Priorisiere. Entscheide. Und mach es nicht allein – du hast tolle Leute um dich herum. Planung ist Verantwortung.» Xhelal ist sich dieser Verantwortung bewusst und begegnet ihr mit grosser Demut und Lernbereitschaft.
Am 1. August 2026 wird Xhelal offiziell die Stelle von Mario übernehmen. Er ist bereit und traut sich diesen Schritt zu. Sein berufliches wie auch sein privates Umfeld freut sich über diesen Karriereschritt: «Besonders bedanken möchte ich mich bei meiner Familie, die mich während meiner beruflichen und schulischen Weiterentwicklung immer unterstützt und an mich geglaubt hat!» Familienzeit ist Xhelal sehr wichtig, sie gibt ihm Kraft, spornt ihn an: «Meine drei Töchter sind meine grösste Energiequelle!» Im beruflichen Alltag war es Marios offene und kommunikative Art, die ihn sehr beeindruckt hat: «Er konnte viele Menschen in der Region sowie im FM Ostschweiz bewegen und motivieren. Mit viel Humor und zwischendurch – gerade an Geburtstagen – mit einer Gesangseinlage!» Die gegenseitige Unterstützung und Ergänzung hat ihn persönlich und beruflich stark geprägt. «Es ist ein bisschen wie bei den Apple Gründern Steve Jobs und Steve Wozniak: Jeder hatte seine eigenen Stärken und genau dadurch konnten wir voneinander profitieren und gemeinsam wachsen.»
Und Mario?
Mario gibt zu, dass er noch nicht wirklich an seinen letzten Arbeitstag denken mag. «Was mir fehlen wird, ist das tägliche Miteinander, die gegenseitige Wertschätzung im und aus dem Team.» Hier spricht ein Mann mit grossem Herz. Nach mehr als einem Jahrzehnt in der Schweiz kehrt Mario nach Norddeutschland zurück. Seine Familie freut sich. Er auch. Seine dreijährige Enkeltochter wartet schon auf ihren Nonno. Die langen Spaziergänge an der Ostsee, egal zu welcher Jahreszeit, haben ihm gefehlt und er findet nun bestimmt mehr Gelegenheiten, skandinavische Länder zu bereisen, die es ihm so angetan haben. Wenn er in fünf Jahren zurückblickt, hofft Mario auf eines: «Dass sich meine Mitarbeitenden daran erinnern, wie wichtig mir Menschlichkeit und Respekt, sinnvolle Arbeit, Unterstützung und Verlässlichkeit waren.»
Auch Xhelal weiss um diese Verantwortung. Wenn Mario in fünf Jahren auf einen Kaffee vorbeikommt, soll er sehen, dass sich «seine» Region weiterentwickelt hat, mit starken Teams, guten Strukturen und denselben Werten, die Mario allen vorgelebt hat. So geht Generationswechsel bei Vebego.
Was also dieser Übergang für unser Unternehmen bedeutet, bringt Ricarda auf den Punkt: «Dieser Prozess bestätigt sehr stark, dass nachhaltige Entwicklung funktioniert, wenn Menschen frühzeitig Vertrauen und Perspektiven erhalten.» Nicht Funktionen werden überliefert, sondern Werte, Erfahrungen und Herzblut.